Matthias Weber

Matthias Weber

Mit seinem Aufruf zur Mithilfe begann die Initiative.

Er wollte eine große Homepage erstellen und die Öffentlichkeit mobilisieren nicht mehr wegzuschauen.

Anfang 2007 bekam Matthias Weber die Diagnose ALS. Diese Diagnose traf ihn völlig unvorbereitet. Seit diesem Tag zog die Krankheit die Fesseln immer enger. ALS sperrt einen gesunden Geist in einem immer schwächer werdenden Körper. Eine wirkliche Therapie gibt es nicht, die Krankheit endet wie vor 100 Jahren tödlich.

"Es ist nicht einfach von einem starken Mann zu einem Pflegefall zu werden," sagte Matthias Weber.

Er wollte immer anderen helfen ohne Mitleid zu bekommen. Deshalb nahm er auch an zwei Medikamentenstudien in der ALS Ambulanz Bergmannsheil teil. 

Trotz dieser heimtückischen Krankheit ging er auf andere Menschen zu und machte ihnen so den Umgang mit ihm leichter.

Am 1. Dezember 2009 starb Matthias Weber im Alter von 49 Jahren an ALS.

Er hinterlässt eine große Lücke bei allen denen die ihn liebten und schätzten.  

Beitrag von Alexander

Papa und Alex

Ich erfuhr erst von der Krankheit, als Sie schon angefangen hatte.

Du Papa, hast mir in den 3 Jahren gezeigt, wie stark man sein kann. Wir zwei hatten eine tolle Zeit, mit vielen Hochs und Tiefs. Ich erinnere mich an den Freitag, als wir zwei im Alleecenter in Hamm waren. Wir haben nur rumgealbert und hatten einfach Spaß. Die Krankheit war uns egal, wir haben immer das rausgeholt, was möglich war.

Und das ist das tollste auf Erden.

Du bist und bleibst der beste Vater auf Erden. So eine tolle Persönlichkeit, so viel Stärke und Kraft. Immer einen Witz auf Lager.

Genau so warst du schon immer. Mit dir konnte man nur Freude haben.

Du hast, bis kurz vor deinem Tode, alles was du erreichen wolltest geschafft. Ich danke dir für jeden neuen Tag, den Du uns geschenkt hast. Jeder Tag mit dir war für mich ein schöner Tag.

Ich vermisse Dich und wünsche Dir, dort wo Du jetzt bist, alles Liebe und vergiss nie: wir Lieben Dich, egal wo du bist.

Kuss

Dein Sohn Alex

 

Beitrag von Christopher

Papa und ich im Olympiastadion

Mein geliebter Papa,


als ich von deiner Erkrankung erfahren habe und verstand was dies bedeuten würde war ich sehr geschockt und traurig. Du warst mein Leben lang doch immer so ein großer und starker Mann.

Nichts desto trotz habe ich genau wie Mama und Alex gelernt mit dir weiter umzugehen wie mit jedem anderen Menschen auch. Auch wenn ich nicht jeden Tag bei dir sein kann freue ich mich doch auf jeden Tag und jede Stunde, die ich mit dir verbringen kann.

Ich liebe dich.

Dein Sohn Chris

 

Beitrag von Wolfgang

Wolfgang Hess

"Alle Menschen wollen eine Spur hinterlassen, die bleibt. Aber was bleibt ? Das Geld nicht. Auch die Gebäude bleiben nicht; ebenso wenig die Bücher. Nach einer gewissen, mehr oder weniger langen Zeit verschwinden alle diese Dinge. Das einzige, was ewig bleibt, ist die menschliche Seels, der von Gott für die Ewigkeit erschaffene Mensch."

Diese Worte von Papst Benedikt XVI, damals noch Kardinal Joseph Ratzinger, mögen Euch Trost und Hoffnung bei der Trauer um Matthias sein.

Liebe Claudia, Christopher und Alexander,

Matthias' Wege und meine haben sich vor allem in unserer Kindheit und Jugend gekreuzt. Wir haben oft miteinander gespielt, sind eine Zeit lang in eine Schulklasse gegangen und haben später zeitweise zusammen Fussball gespielt (bei den Sportfreunden Siegen, er D1-Jugend, ich D2, später ganz kurz bei Grün-Weiß Siegen). Ich glaube wir haben uns auch in Erndtebrück bei der Bundeswehr, er beim Stab und ich bei den Radarflugmeldern, gelegentlich gesehen.

Zwei Begebenheiten bleiben aber stellvertretend tief in meiner Erinnerung verwurzelt:

Als Webers noch auf der Sieghütte wohnten, habe ich Matthias einmal besucht und wir haben stundenlang auf dem Zuweg zum Haus Fussball gespielt.Als wir dann aufhörten, waren wir fix und fertig, aber irgendwie total happy! Uns reichte damals noch "eine alte Pille", um uns zu beschäftigen.

Die D1-Jugend durfte einmal das Vorspiel zu einem Meisterschaftsspiel der 1. Mannschaft der Sportfreunde Siegen ausrichten (damals Regionalliga, gleichzusetzen mit der heutigen 2. Bundesliga). Ich durfte in der D1 als Libero spielen (an mir kam keiner vorbei!), Matthias spielte im Sturm und schoss 2 Tore gegen Grün-Weiß Siegen. Wir gewannen 3:0 vor 10.000 Zuschauern. Ein tolles Erlebnis!!

Irgendwann trennten sich unsere Wege und wir haben uns selten gesehen.

Als ich von Matthias' Erkrankung erfuhr, war ich schockiert und traurig zugleich, auch weil wir ja nur einen Lebensmonat voneinander getrennt sind.

Wie er aber diese heimtückische Krankheit meisterte und ungehemmt auf mich zukam war beispiellos! Er machte es mir wirklich sehr leicht, auf ihn zuzugehen.

Ihr seht Joseph Ratzinger hat Recht ! Matthias hat eine Spur in meinem Leben hinterlassen. Ich werde Ihn nicht vergessen!

Ich wünsche Euch viel Kraft und Gottes Segen.

Wolfgang

diesen Brief im Original lesen

Beitrag von Theo

Gedanken zur Krankheit

„Gott sei Dank kein Krebs, kein AIDS“, habe ich gedacht, als Matthias zum ersten Mal von seiner Nervenkrankheit erzählt hat. ALS, das kann so schlimm nicht sein.

Da wird es doch etwas von Ratiopharm geben!?
Leider wurde schnell das Gegenteil klar: Der Mann, der vor ein paar Wochen noch von Pfosten zu Pfosten geflogen war, bewegte seine Arme nicht mehr richtig. Da hatte sich in ihm etwas eingenistet, das nicht zu unterschätzen war und schon gar nicht mehr spaßige Gedanken der Marke „Ratiopharm“ vertrug. Denn ausgerechnet die Pharmaindustrie hatte keine Antwort auf dieses Mysterium, das mit Mattes passierte.
Ich erinnere mich an die bangen Fragen „Wie geht es Matthias? Hast du ihn gesehen?“ Und immer wieder die gleiche Antwort: „Es ist schlimmer geworden!“ Manchmal ist es einem kalt den Rücken heruntergelaufen, etwa als er bei seinem Abschiedsspiel ohne Armeinsatz das Gleichgewicht nicht halten konnte und auf dem Hosenboden gelandet ist. Oder wenn er in der Sporthalle die Wand benötigte, um zu sitzen. Oder wenn er den Strohhalm nutzte, um Trinken zu können.
Es gibt viele kleine Etappen, in denen ich mit TuSlern Matthias Krankheit erlebt habe. Nur eins passierte nie: Es wurde nicht wieder besser.
Unser letztes Gespräch war Matthias Wunsch nach Öffentlichkeit geschuldet: Für die Westfälischen Nachrichten habe ich diesen Wunsch aufgegriffen. Erst da wurde mir die Qual, die diese Krankheit für Betroffene sein muss, richtig klar: Matthias wusste ganz genau, was er wollte. Nur seine Zunge formte die Worte nicht mehr nach Wunsch. Schlimmer können Fesseln an Armen und Beinen nicht sein als die Fessel ALS. Und wenn ich daran denke, dass sie ihr Werk zu Ende gebracht hat, bekomme ich immer noch einen Kloß im Hals.

Meine Gedankenwelt aus Matthias Krankheitszeit macht klar, wie wichtig der Verein "Diagnose ALS - was nun?" ist. Es gibt viel aufzuklären, deswegen wünsche ich dem Verein viel Stehvermögen, einen langen Atem und auf jeden Fall Erfolge bei der Arbeit: ALS ist nicht umkehrbar, das Wahrnehmen der Krankkeit allerdings sehr wohl!
Theo Heitbaum

Beitrag von Norbert

Norbert Rüschenschmidt

Hallo Matthias,

ich bin unheimlich froh, daß ich Dich und Claudia kennengelernt habe.
Du bist so ein positiver Mensch, dass es immer Spaß macht mit Dir etwas zu besprechen.
Leider bist Du vor 3 Jahren an ALS erkrankt.

Es ist sehr schwer zu ertragen, wie solch eine Krankheit den Menschen langsam zugrunderichtet. Immer wenn ich dich sehe, hast du wieder etwas abgebaut.

Die Pharmaindustrie sollte endlich mal etwas unternehmen und in die Erforschung der Krankheit Geld investieren.

Es darf nicht sein, dass in einer zivilisierten Welt keine Mittel zur Verfügung stehen.

Ich kann gar nicht beschreiben, welche Hochachtung ich für dich empfinde und wie ich Dich für deine positive Ausstrahlung, auch bei der schwere der Krankheit, bewundere.

Dies gilt auch besonders für deine Claudia und deine Söhne, die immer für dich da sind und dich tatkräftig unterstützen.

Es ist für alle nicht leicht, diese Krankheit anzunehmen und mit ihr umzugehen.
Du fragtest, wie geht es einem wenn man mit Dir spricht.
Hier kann ich nur für mich sprechen: Ich fühle mich hilflos und leer. Es ist einfach schrecklich, dass man nichts machen kann.

Ich hoffe, dass du viele Zuschriften bekommst und das Du an Deiner Homepage viel gefallen finden wirst. Hoffentlich wird es Dir gelingen hiermit die Öffentlichkeit zu mobilisieren , damit man sich mal mehr mit der ALS beschäftigt.

Du darfst selbstverständlich das Foto und die Mail für die Homepage benutzen.

Wie du immer beim Fußball gesagt hast: Klare Bälle spielen.
Ich finde es ganz toll, dass du diese Homepage erstellst.

Liebe Grüße
Dein Freund
Norbert

Beitrag der Fußballfreunde

Traueranzeige Matthias

Danke Matthias !

Wir sind mit Deiner Familie unendlich traurig, dass du den Kampf gegen ALS am Dienstagabend verloren hast. Diese Krankheit hat uns alle sprach- und hilflos gemacht. Wir haben dich und deine Familie bewundert, wie ihr mit dem Schicksal umgegangen seid. Wir wünschen Claudia und deinen Söhnen viel Kraft, um das Geschehen zu verarbeiten.

Als du aus dem hohen Norden kommend mit frischem Elan bei uns eingestiegen bist, haben einige dich vielleicht argwöhnisch beobachtet. Alle haben aber schnell gemerkt, dass du es ehrlich mit uns meinst. Deine Arbeit bei uns war nicht von schlauen Sprüchen und der Suche nach dem Scheinwerferlicht geprägt. Du hast die Ärmel aufgekrempelt und mit uns gearbeitet. Du warst da, wenn wir dich brauchten. Leute wie du sind für Vereine unverzichtbar, jetzt müssen wir auch dich verzichten. Von 2002 bis 2009 hast du den Verein als stellvertretender Vorsitzender mitgeprägt, von 2005 bis 2008 zusätzlich die Abteilung Fussball geleitet.

Wir können nicht fassen, was diese mysteriöse Krankheit mit dir gemacht hat. Du bleibst uns aber nicht nur wegen deines Schicksals in Erinnerung sondern wegen deines aktiven Mitmachens in vielen Bereichen. Klare Bälle eben, wie du es immer gesagt hast. Danke Matthias, wir werden es nicht vergessen. Danke, dass wir die Zeit mit dir erleben durften. Danke, für dein sportliches Vorbild. Die letzte Ehre erweisen wir dir am Montag, 7. Dezember 2009, um 14.30 Uhr auf dem Friedhof in Ascheberg.

Deine TuSler - TuS Ascheberg 28 e.V.

 

Michael von der Ley

Manfred Reckel

1. Vorsitzender

Fussball-Abteilungsleiter